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Das Bewerbungsfoto

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen kleinen Alltagseinblick in das Zusammenleben mit Bjenna geben. Wie schon erwähnt, neigt der Podhalaner etwas zur Sturheit. Um also harmonisch mit ihm leben zu können, bedeutet das, dass man ggf. ein kleines Quentchen sturer sein muß. Doch lesen Sie selbst:
Spätestens mit Bjennas Einzug in unserem Haushalt mußten wir uns von einigen liebgewordenen Angewohnheiten trennen, denn sie hatte ihre ureigene Auffassung von bestimmten Dingen wie Ordnung oder Design und war durchaus bestrebt, genau diese Vorstellungen auch durchzusetzen.
So mußte beispielsweise der Begriff Sauberkeit bei uns neu definiert werden, es ist eine gewisse Großzügigkeit hinsichtlich Sand oder auch Hundehaaren gegenüber eingekehrt.
Das Bild auf der linken Seite kennen Sie vielleicht schon von der Bilderseite, es ist Bjennas Bewerbungsfoto ..., so klein und unschuldig ..., ... hat sie sich bei uns vorgestellt.

Aktiv griff sie auch in unsere Gartengestaltung mit ein. Nicht, dass wir vorher schon einen englischen Rasen hatten, doch schon alleine die Idee davon hätte sie recht schnell zerplatzen lassen. Wo vormals unsere Rasenflächen von Maulwurfshügeln gekennzeichnet waren, fehlen diese bei uns inzwischen völlig.
Im Gegenzug wurden sie jedoch, nicht zuletzt durch Bjenna, durch die eine oder andere Stolperfalle (Buddelloch) ersetzt, was nicht nur dem Rasenmäher ab & an zu schaffen macht. Doch auch die Blumenbeete werden regelmäßig umgestaltet, da ihr unsere Art der Bepflanzung selten gefällt, sie immer noch etwas zu verbessern hat, notfalls werden dabei auch schon mal ganze Sträucher umgesetzt bzw. entfernt.
Sehr zu ihrer Freude verfügt unser Garten über eine Anhöhe, von der sie gerne alles auf geradezu majestätische Weise beobachtet, was sich so in ihrem Revier tut, um nötigenfalls einzugreifen.
Glücklicherweise sind unsere Nachbarn entweder weit genug weg oder sehr tolerant, denn, wie es sich für einen Podhalaner gehört, ist sie sehr bellfreudig, vor allem abends oder in der Nacht.

Was Bjenna auszeichnet, ist ein großes Maß an Neugierde. Inbesondere neue Dinge werden zunächst beschnuppert und bei Gefallen auch auf ihre Konsistenz hin geprüft. Dabei wird leider wenig Rücksicht auf Erbstücke oder ähnliche wertvolle Dinge genommen, kurzum: Ordnung halten ist angesagt!

Es kann nur einer gewinnen!

Bjenna bei der Gartenarbeit. Wie sollte es anders sein, der Rasenbesen hatte verloren, lediglich der Holzstiel war noch als Feuerholz zu gebrauchen.

So wie wir uns von einigen Gewohnheiten trennen durften, ist unsere (sehr laute) Türklingel jetzt auch beinahe überflüssig geworden, da es kaum jemandem gelingt, das Grundstück zu betreten, ohne dass die vierbeinige Klingel ertönt. Öffnen wir dann die Tür, wird jeder Fremdling erst einmal, natürlich aus gebührendem Abstand, angebellt (oder auch mal leise angebrummt). Erst wenn sie den richtigen Zeitpunkt für gekommen hält, wird der Fremde freundlich begrüßt wobei sie sich dann auch nach Möglichkeit ihre Streicheleinheiten abholt.
In vielen Fachbüchern ist immer wieder zu lesen, dass Hirtenhunde dem Spielen eher abgeneigt sind, sei dieses Verhalten doch unter ihrer Würde. Nun, zum Glück hat Bjenna all diese Bücher (noch?) nicht gelesen und so ist sie tagein, tagaus mit Spielen beschäftigt.

Ich tue doch garnichts ...

Das tägliche Aufstehen gestaltet sich jetzt, sehr zum Leidwesen von Herrchen, auch etwas anders, da ihre innere "ich-habe-Hunger-Uhr" unmißverständlich darauf hinweist, dass es jetzt Zeit für die Fütterung ist. Sind Frauchen oder Herrchen dann endlich aufgestanden, überfällt einen gleich eine geballte Ladung Hundefreude, die auch schon mal dazu in der Lage ist, einen umzuwerfen, wenn man noch keinen festen Stand hat.
Auch das Thema Kleidung darf natürlich nicht fehlen, insbesondere schwarze Kleidung scheint einen gewissen Reiz für Bjenna zu haben und so ist es kaum möglich, mit der selbigen an ihr vorbei zu kommen, ohne das sich ein zarter weißer Flaum an der Kleidung befindet.

Wenn diese Schilderungen auch im ersten Moment vielleicht etwas sehr chaotisch klingen mögen, bereuen wir es zu keiner Zeit, uns einen Podhalaner angeschafft zu haben. Wenn man sich vor Augen hält, dass der Podhalaner (wie andere Hirtenhunde auch) kein Allerweltshund ist, geschweige denn einer, von dem so etwas Ähnliches wie Kadavergehorsam zu erwarten ist, ist ein Podhalaner das Beste, was uns je passieren konnte. Erst recht, wenn man, wie wir, das große Glück hat, mit zwei von diesen fantastischen Hunden leben zu dürfen. Kurzum, für uns gilt:

Einmal Hirtenhund, immer Hirtenhund!
(Fortsetzung folgt ...)

Lieg einfach nur da ...